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Avantgarde-Routine

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Avantgarde-Routine

Berlin: Parodos Verlag, 2008
(Gedanken 1)
92 S.; EUR 11,-; ISBN 978-3-938880-21-0

Verlagstext:
Warum kann es heute keine Kunst-
Avantgarden mehr geben? Die Frage wäre völlig akademisch, hingen Künstler nicht nach wie vor psychologisch von der Utopie der Vorreiterfunktion von Kunst ab, um sich zu einem Werk aufzuraffen. Thomas Raab, selbst Schriftsteller, setzt an, diese utopische Illusion in ihrer Abhängigkeit von den ökonomischen Verhältnissen, der stadtdemographischen Entwicklung sowie der allgemeinen Lebensorientierung des Publikums nachzuzeichnen. Der Autor rekonstruiert die Genese der Avantgarden im 19. Jahrhundert aus Motiven der Romantik und verfolgt ihr Versickern in den Subkulturen von heute, deren kultureller Ohnmacht immerhin ihre postindustrielle Wirtschaftsleistung entgegensteht. Als kleines Brevier für den Praktiker zerstört die Avantgarde-Routine zwar die Kunst-
illusion der Moderne, öffnet diesem damit aber den Blick auf eine mächtigere Illusion: die des mechanischen Selbstverständnisses.


"Mit ernstem Humor führt der Autor (...) die Kunst vor und charakterisiert den Künstler als 'Arbeitswilligen' abseits der ausgetretenen Karrierewege." - Anna Opel, Spike, 19/2009

Links:

Rezension "Avantgarde-Routine" von Paul Pechmann (Falter 50, 2008, S. 55)
Radiorezension "Avantgarde-Routine" von Frank Kaspar (WDR 3 - Passagen, 18.2.2009) - PDF
Radiofeature "Kunst, Skandal, Avantgarde" von Ralf Homann (Bayern 2 Radio - Nachtstudio, 7.4.2009) - MP3 PDF
Kurzrezension "Avantgarde-Routine" von Daniel Völzke (Monopol 3/2009, S. 99)



Nachbrenner

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Nachbrenner
Zur Evolution und Funktion des Spektakels

Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag, 2006
(edition suhrkamp 2458)
171 S.; EUR 9,-; ISBN 978-3-518-12458-1

Verlagstext:
Fast vierzig Jahre ist es her, daß Guy Debord mit der Gesellschaft des Spektakels die letzte Fundamentalkritik des Enter-
tainmentindustriezeitalters formulierte. Geholfen hat es offenbar nicht viel. Denn immer schärfer kontrastiert die repressive Macht der Unterhaltung mit dem wohligen Schauer der Unterhaltenen.
  Wie ist das möglich? Thomas Raab analysiert das Phänomen aus ungewohnter Perspektive: nicht als Verfallsform früherer Hochkultur, sondern als not-
wendige Folge der biologischen Ausstattung des Menschen einerseits sowie der ökono-
mischen Entwicklung andererseits. Seine empirische Suche nach der evolutionären "Basis der Massenästhetik" führt ihn von der literarischen Bestandsaufnahme einer Casting-Show über zahlreiche Selbst- und Kleinkindbeobachtungen bis zu den Re-
aktionen seiner Katze auf Hundegeheul.
  Was sich dabei an Elementen einer neuen, naturwissenschaftlich fundierten Ästhetik herausschält, hilft, die widersprüchliche Funktion zu verstehen, die dem Spektakel im gegenwärtigen Kapitalismus zukommt.


"Was ist nun aber mehr damit gesagt, als dass die Erzeugnisse der Unterhaltungsindustrie primitive Reaktionen hervorrufen?" - Benedikt Ledebur, kolik

Links:

Gespräch über "Nachbrenner" mit Stefan Schmitzer (schreibkraft - Das Feuilletonmagazin 15, 2007)
Rezension "Nachbrenner" von Paul Pechmann (Falter 44, 2006, S. 10)
Rezensionsnotizen zu "Nachbrenner" (perlentaucher)
Kurzrezension von Martin Fritz (The Gap)



Verhalten

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Verhalten
Roman

Köln: Tropen Verlag, 2002
(Trojanische Pferde 7)
175 S.; EUR 17,80; ISBN 978-3-932170-54-7

Verlagstext:
In seinem Debüt "Verhalten" stellt Thomas Raab ein Ereignis an den Ausgangspunkt, das die österreichische Öffentlichkeit vor einiger Zeit tief erschütterte und von den typischen Reaktionen des Boulevard-
journalismus begleitet wurde: Die Ehefrau eines anerkannten Wiener Psychiaters springt, nachdem sie ihre beiden Kinder aus dem 4. Stock geworfen hat, selbst hinterher und überlebt. Mit dem erklärten Verzicht auf eine faktenbezogene Recherche wird eine Familientragödie fingiert und zum Verhaltensmodell einer urbanen Lebenswirklichkeit gesteigert.
  Der anonyme Charakter der Figuren macht sie dabei zu Platzhaltern eines beobacht-
baren Vorgangs menschlichen Verhaltens in einer beliebigen mitteleuropäischen Metropole. Deren gesellschaftliche Strukturen, kulturelle Prozesse und alltägliche Lebensläufe werden in einer distanzierten Sprache beschrieben, die sich in ihrer vorgeblichen Nüchternheit zu einem bissigem Humor steigert. Der zweite Teil wechselt in die Perspektive der Mutter, und zeigt in dichter, rätselhafter Sprache deren Gedanken und Gefühle, während des Aufenthalts in einer psychiatrischen Klinik.
  Die subtil angelegte Komposition, die Engführung von wissenschaftlicher und poetischer Sprache, das Einfühlungsver-
mögen des Autors in seine Figuren prägen dieses außergewöhnliche Debüt und veranschaulichen die Gewalt, das Scheitern und die Stellung der Liebe in unserer Gesellschaft.


"Mit 'Verhalten' markiert Raab sein Revier - mit der distanzierten Kaltblütigkeit eines angehenden Alphatieres." - Oliver Koerner von Gustorf, taz

Links:

Rezension "Verhalten" (taz, Berlin)
Rezension "Verhalten" (Tagesspiegel, Berlin)
Rezensionsnotizen zu "Verhalten" (perlentaucher)
Rezension "Verhalten" von Daniela Strigl (Literatur und Kritik)
Rezension "Verhalten" von Tina Manske (literaturkritiken.de)
Rezension "Verhalten" von Karin Cerny (Literaturhaus Wien)
Leseprobe "Verhalten" (Literaturhaus Wien)

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